Spielbericht: SVWW - Stuttgarter Kickers

3:3 nach 1:3 gegen Stuttgarter Kickers

Was für ein Wahnsinn in Wiesbaden! Mit seinem Premieren-Treffer in der Nachspielzeit (90.+5) krönte Saёr Sène bei seinem SVWW-Debüt eine furiose Aufholjagd beim 3:3 (1:2)-Unentschieden gegen starke Stuttgarter Kickers, die in den letzten fünf Spielen nur ein Gegentor kassiert hatten. 

Nach einem 1:3-Rückstand bewiesen die Rot-Schwarzen erneut eine ausgezeichnete Moral, nachdem Keeper Markus Kolke mit einer Glanzparade beim Elfmeter von Vincenzo Marchese das wohl vorentscheidende 1:4 (66.) verhindert hatte. Die Belohnung für eine unglaubliche Powerplay-Schlussphase nach Marc Lorenz‘ Anschlusstor zum 2:3 (73.) war der späte Ausgleich durch Saёr Sène!

SVWW-Trainer Sven Demandt hatte auf die angeschlagenen Patrick Mayer und Nils-Ole Book, den erkrankten Daniel Wein und den Langzeitverletzten Fabian Franke verzichten müssen. Als Rechtsverteidiger ging Patrick Funk an den Start, während Alf Mintzel auf links für Michael Vitzthum begann.

Beide Außenverteidiger hatten von Anpfiff an alle Füße voll zu tun mit ihren pfeilschnellen Gegenspielern Erich Berko und Lhadji Badiane. Die Kickers traten, wie von Sven Demandt angekündigt, im Stile einer Spitzenmannschaft auf und setzten den SVWW gehörig unter Druck. Die Kickers forderten nach einem Foul im SVWW-Strafraum vergeblich Elfmeter – eine strittige Szene mit Glück für unsere Elf (6.). Die Folge der guten Vorstellung der „Blauen“ war trotzdem die 1:0-Führung durch einen flachen 18-Meter-Schuss von Sandrino Braun (18.).

Der Rückstand war für die Rot-Schwarzen ein Wachmacher. Der SVWW kämpfte sich immer besser in die Partie und belohnte sich mit dem verdienten 1:1-Ausgleich durch Luca Schnellbacher (27.). Der Angreifer brachte eine starke Flanke von Marc Lorenz mit vollem Einsatz im Kickers-Kasten unter.

Nun war die Partie ausgeglichen, beide Mannschaften hatten innerhalb von wenigen Augenblicken Chancen zur Führung: zunächst vergab Stuttgarts Berko freistehend aus kurzer Distanz (40.), dann scheiterte im direkten Gegenzug Kevin Schindler mit einem platzierten Schuss am glänzend aufgelegten Kickers-Keeper Rouven Sattelmaier (40.).

Kurz danach durften aber wieder die Schwaben jubeln. Der SVWW konnte an der Außenlinie den Ball nicht klären, es folgte eine scharfe Flanke in den Fünfer, wo Badiane aus wenigen Metern traf: 2:1 für die Gäste (42.). So ging es in die Pause.

Nach dem Seitentausch kamen die Rot-Schwarzen gut aus der Pause und näherten sich aber erfolglos dem Kasten der Kickers. Die schlugen dann eiskalt zu. Nach einem Fehler in der SVWW-Defensive bediente Gerrit Müller Erich Berko, der aus wenigen Metern keine Mühe hatte, zum 3:1 zu treffen (57.). Der SVWW schien auf der Verliererstraße.

Erst recht als Schiedsrichter Lasse Koslowski den „Blauen“ einen Foulelfmeter schenkte, nachdem Kevin Pezzoni gefoult haben sollte (66.). Keeper Kolke fischte Marcheses Strafstoß klasse aus dem rechten unteren Eck und hievte den SVWW zurück ins Spiel.

Trainer Sven Demandt setzte nun voll auf Offensive. Nachdem Torsten Oehrl (für Mrowca) schon vor dem Elfer eingewechselt worden war, feierte Saёr Sène in der 70. Minute sein Debüt. Er kam für den glücklosen David Blacha.

Drei Minuten später rappelte es im Kickers-Karton! Sène setzte Lorenz in Szene, der Torwart Sattelmaier rumkurvte und aus spitzem Winkel den 2:3-Anschlusstreffer herstellte (73.).

In der Schlussphase warf der SVWW alles nach vorne, die Kickers konnten sich kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien. Sie durften sich bei ihrem Torhüter bedanken, dass der 3:3-Ausgleich nicht früher fiel. Klasse wie Sattelmaier Schindlers Kopfball parierte (85.).

Unglaubliche Szenen spielten sich nun vor dem Stuttgarter Tor ab: Pezzoni traf per Kopfball den Innenpfosten, von wo aus der Ball auf der Linie entlangtrudelte – sie aber nicht überquerte (89.). In der Nachspielzeit zwang der mitstürmende SVWW-Keeper Kolke mit einem artistischen Volley-Schuss seinen Kollegen zur nächsten Glanztat (90.+2).

Doch der SVWW wurde für seinen Sturmlauf doch noch belohnt. Saёr Sène wurde freigespielt und hob den Ball über Tausendsassa Sattelmaier zum nicht mehr für möglich gehaltenen 3:3 (90.+5) in die Maschen. Abpfiff, Jubel, Wahnsinn!

SVWW: Kolke – Funk, Dams, Geyer, Mintzel – Mrowca (60. Oehrl), Pezzoni – Schindler, Blacha (70. Sène), Lorenz – Schnellbacher.