Spielbericht: SVWW - FC Würzburger Kickers

Aller Anfang ist schwer. Zum Drittliga-Saisonstart kam der SV Wehen Wiesbaden zu einem hart erkämpften 0:0-Unentschieden gegen den starken Aufsteiger FC Würzburger Kickers. SVWW-Keeper Markus Kolke glänzte mit einigen Paraden in der letzten halben Stunde, als im Spiel der Rot-Schwarzen der Wurm drin war, und rettete so den Zähler für die Mannschaft von Cheftrainer Sven Demandt in der BRITA-Arena.

Nachdem der SVWW bereits auf Mittelfeld-Motor Nils-Ole Book verletzungsbedingt verzichten musste, begann die Partie gegen die Kickers gleich mit einem Schock: Kapitän Kevin Pezzoni zog sich schon nach 23 Sekunden eine Muskelverletzung in der Wade zu und musste ausgewechselt werden.

Das hatte einige Umstellungen zur Folge: Rechtsverteidiger Patrick Funk übernahm Pezzonis Position in der Zentrale. Für Funk rückte Daniel Wein aus der Innenverteidigung nach rechts, der eingewechselte Jonas Acquistapace verteidigte neben Thomas Geyer.

Der SVWW konnte diesen personellen Rückschlag nach einigen Minuten abschütteln und hatte nach zehn Minuten die erste gefährliche Aktion im Kickers-Strafraum: Eine scharfe Flanke von Alf Mintzel brachte Kevin Schindler in Rückenlage per Kopf aber nicht mehr aufs Tor.

Auch in der nächsten Szene war Schindler ohne Fortune beim Abschluss, nachdem das Spielgerät nach feiner Kombination über den bärenstarken Thomas Geyer, Luca Schnellbacher und Patrick Mayer beim baumlangen Rechtsaußen gelandet war. Doch Schindlers Schuss wurde in höchster Not abgeblockt (19.).

Würzburg konzentrierte sich in der Anfangsphase fast ausschließlich auf die Defensivarbeit und setzte erst nach einer knappen halben Stunde einen ersten Nadelstich. Daniel Nagy dribbelte sich durch die SVWW-Defensive und wurde in einschussbereiter Position durch ein riskantes Tackling von Lorenz gestoppt. Wie die TV-Bilder bewiesen, entschied die Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zu Recht nicht auf Elfmeter (28.).

Bis auf einen satten Fernschuss von Lorenz (44.) gab es keine Strafraumszenen mehr vor der Pause, weil sich beide Mannschaften im Mittelfeld neutralisierten und die Genauigkeit beim letzten Pass in der Offensive nicht fanden.

Nach dem Seitentausch kam der SVWW mit viel Schwung zurück und sorgte durch Patrick Mayer (46./52.) und Marc Lorenz (47.) für Gefahr rund um den Kickers-Strafraum. Zumindest strittig war es in der 52. Minute, als Mayer per Kopf auf den freistehenden Schnellbacher spielen wollte und Würzburgs Verteidiger Clemens Schoppenhauer den Ball mit dem Arm abwehrte. Bibiana Steinhaus ließ auch diesmal weiterspielen, weil Schoppenhauers Arm angelegt am Körper war.

Würzburg konnte sich aber aus der Umklammerung befreien und profitierte von den nun öfter auftretenden Fehlern in der SVWW-Abwehr. Nachdem Amir Shapourzadeh aus 14 Metern weit drüber geschossen hatte (54.), leitete ein Ballverlust von Jonas Acquistapace eine große Chance durch Nagy, der aber freistehend am glänzend reagierenden Kolke scheiterte (63.).

Funk fälschte einen Shapourzadeh-Schuss aus kurzer Distanz fast ins eigene Tor (66.) und nach der folgenden Ecke parierte Markus Kolke den wuchtigen Schuss von Richard Weil (67.). David Blacha, an Stelle des verletzten Book im zentralen Mittelfeld aufgeboten, warf sich in den gefährlichen Schuss von Marco Haller (72.).

Die Kickers waren am Drücker, während der SVWW den Faden völlig verloren hatte. Allerdings stimmten beim SVWW Einsatzbereitschaft und Kampfkraft. „Wir haben uns als Team dagegengestemmt. Damit war ich zufrieden, wie sich jeder reingehauen hat für den anderen“, so Trainer Sven Demandt.

Shapourzadeh (85.) und Rico Benatelli (86.) vergaben in der Schlussphase zwei weitere Möglichkeiten für die Würzburger, so dass der SVWW den einen Punkt mit Müh und Not über die Ziellinie brachte.

SVWW: Kolke – Funk, Wein, Geyer, Mintzel – Schindler, Blacha, Pezzoni (3. Acquistapace), Lorenz – Schnellbacher (74. Mende), Mayer (90.+1 Benyamina).