Spielbericht: SVWW - Holstein Kiel

SVWW - Kieler SV Holstein 3:1 (2:0)

Das war kein Spiel für Naturschützer! Denn 93 Minuten lang ließ der SV Wehen Wiesbaden sportlich die Sau raus, um am Ende die „Störche“ vom Fußball-Himmel zu schießen. Dank des zweiten Doppelpacks von Torsten Oehrl (18./39.) und eines verwandelten Foulelfmeters von Nils-Ole Book (57.) bezwang die Mannschaft von Cheftrainer Sven Demandt die Kieler SV Holstein mit 3:1 (2:0). Somit blieb der SVWW auch im siebten Heimspiel ungeschlagen und feierte den dritten Saisonsieg.

Sven Demandt hatte im Vergleich zum 2:2-Unentschieden in Cottbus nur eine Änderung in der Startformation vorgenommen: für Michael Vitzthum begann Alf Mintzel, der sich in Cottbus beim Warmmachen verletzte hatte.

Von Beginn an entwickelte sich eine intensive und umkämpfte Partie in der BRITA-Arena, in der beide Mannschaften den Weg nach vorne suchten. Der SVWW tat dies aus einer kompakten und konzentrierten Defensive, in der alle Rot-Schwarzen vollen Einsatz und viel Leidenschaft in die Waagschale warfen.

Die Belohnung folgte nach 18 Minuten: Einen Knaller von Marc Lorenz konnte KSV-Keeper Robin Zentner noch abwehren, der Abpraller landete über David Blacha bei Torsten Oehrl – der setzte die Kugel per Flachschuss zum 1:0 in die Maschen!

Das gab dem SVWW Schwung: Nach Traumpass von Oehrl spielte Lorenz das Spielgerät hart und flach in den Kieler Fünfer, wo der starke Patrick Funk um Haaresbreite am Ball vorbeirauschte (25.).

Kiel hatte optisch zwar öfter den Ball, wusste damit aber nur wenig anzufangen, weil die SVWW-Defensive um Niklas Dams, Thomas Geyer und Kevin Pezzoni aufmerksam und konzentriert verteidigte. Dafür ging es auf der anderen Seite zur Sache! Zunächst scheiterte Torsten Oehrl nach Zuspiel von Luca Schnellbacher aus wenigen Metern am herausstürzenden Zentner (36.), doch drei Minuten später war der Schlussmann der „Störche“ machtlos. Eine Freistoß-Flanke von Lorenz köpfte Oehrl zum 2:0 ein (39.)! Sein zweiter Doppelpack, nachdem er schon in Cottbus doppelt traf!

Doppelpacker Torsten Oehrl(Foto: svww.de)

Sekunden vor dem Pausenpfiff legte der erneut unermüdliche Blacha klasse auf für Pezzoni, aber der SVWW-Kapitän verzog aus aussichtsreicher Position mit seinem rechten Fuß deutlich (45.+1).

Nach dem Seitentausch kam der SVWW besser aus der Kabine als in Cottbus. Weiterhin fleißig, konzentriert und kompakt beackerten die Rot-Schwarzen die „Störche“, die in der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte ihre Flügel zu oft unfair ausbreiteten. Innerhalb weniger Minuten mussten Oehrl, Book und Mintzel nach Treffern im Gesicht behandelt werden. Dabei traf es Book so hart, dass er mit einer Gesichtsverletzung nach 59 Minuten ausgewechselt werden musste.

Zuvor ließ es sich der SVWW-Routinier aber nicht nehmen, dafür den Norddeutschen eins auszuwischen – nämlich mit dem 3:0 (57.). Schiedsrichter Tobias Reichel hatte ein Foulspiel an Schnellbacher gesehen und auf Strafstoß entschieden. Book versenkte sicher und ging kurz nach der großen Chance der Kieler auf den Anschlusstreffer (58.) runter. Funk hatte per Flugkopfball auf Grasnabenhöhe für den bereits geschlagenen Markus Kolke kurz vor der Linie geklärt.

Bei Blachas feiner Einzelaktion, als er sich über rechts gegen zwei Gegenspieler in den KSV-Fünfer tankte und dann aber an Zentner scheiterte, lag der vierte SVWW-Treffer in der Luft (65.), doch stattdessen kamen die Kieler zum 1:3 (72.). Nach einer von insgesamt zehn Ecken wuchtete Rafael Czichos den Ball unhaltbar ins Tor.

Eine nervenaufreibende Schlussphase wie in Cottbus blieb aber trotz aller Bemühungen der Gäste aus, denn der SVWW verteidigte weiterhin leidenschaftlich den Vorsprung. Die wenigen brenzligen Situationen entschärfte Markus Kolke sicher. Auf der anderen Seite verpasste Blacha nach herrlichem Konter über Sebastian Mrowca und Schnellbacher die endgültige Entscheidung (77.). So blieb es beim verdienten 3:1-Sieg für die Demandt-Elf.

SVWW: Kolke – Funk, Dams, Geyer, Mintzel – Book (59. Mrowca), Pezzoni – Blacha (89. Schindler), Oehrl, Lorenz (82. Vitzthum) – Schnellbacher.