Spielbericht: SVWW - SG Sonnenhof Großaspach

SVWW -  SG Sonnenhof Großaspach 2:2 (1:1)

Gibt es eigentlich noch jemanden, der die BRITA-Arena bei Heimspielen des SV Wehen Wiesbaden vor dem Abpfiff verlässt? Der hätte sich - mal wieder - um ein Fußball-Drama gebracht! Doch diesmal mit einem kleinen Happyend für die Truppe von Trainer Sven Demandt. Dank eines späten Tores von Neuzugang Steven Ruprecht (89.) kam der SVWW zu einem glücklichen, aber letzendlich verdienten 2:2 (1:1) - Unentschieden gegen den Tabellenzweiten SG Sonnenhof Großaspach.

Trainer Sven Demandt verhalf Innenverteidiger Steven Ruprecht zu seinem Startelf-Debüt, so dass Thomas Geyer für den gesperrten Alf Mintzel links verteidigte. Im Sturmzentrum kehrte überraschen Torsten Oehrl, zuvor wegen eines Rippenbruchs zwei Wochen außer Gefecht, anstelle von Luca Schnellbacher in die Startformation zurück.

Das sollte sich auszahlen. Denn in der starken Startphase des SVWW war es "Lord" Oehrl, der die Platzherren elegant 1:0 in Führung brachte (9.). Eine Hereingabe verlängerte Kapitän Kevin Pezzoni über die SG-Abwehr hinweg, dort lupfte Torsten Oehrl den Ball lässig über den herausstürzenden Keeper Christopher Gäng.

Kurze Zeit später hätte der Torschütze die Dominanz des SVWW in einen weiteren Treffer ummünzen müssen: Starker Angriff über links, klasse Pass von Geyer in den Rücken der SG Abwehr, wo "Lord" Oehrl aus kurzer Distanz am Großaspacher Schlussmann scheiterte (12.).

Das sollte sich rächen. Denn gleich mit dem ersten klaren Angriff kam der Tabellenzweite zum glücklichen 1:1-Ausgleich. Nach einer Flanke auf den zweiten Pfosten ging die SVWW-Abwehr nicht energisch genug zu Werke, so dass Timo Röttger aus wenigen Metern den Ball unter die Latte knallte (19.). Besonders bitter: die TV-Bilder bewiesen, dass der Torschütze den Ball mit der Hand angenommen hatte - nicht der einzige Aussetzer des schwachen Schiedsrichtergespanns.

Der Treffer zählte trotz aller Proteste und brachte den SVWW für die nächsten zehn Minuten aus dem Tritt. In dieser Phase hätten die Gäste sogar in Front gehen können, doch Julian Leists Kofpball nach einer Freistoß-Flanke flog knapp am Kolke-Kasten vorbei (27.). Anschließend schüttelte der SVWW den Schock aus den Gliedern und wurde wieder spielbestimmender, Chancen sprangen aber nicht heraus.

Nach dem Seitentausch kam die Demandt-Elf mit Schwung aus der Kabine und hatte durch Kevin Schindler die große Chance auf die erneute Führung. Doch der fleißige Offensivspieler verzog nach starkem Steilpass aus halbrechter Position (55.). Zwei Minuten später wurde Patrick Funks Schuss nach einem Freistoß-Gewühl im SG-Strafraum geblockt (57.).

Großaspach war im zweiten Durchgang giftiger und präsenter als vor der Halbzeit, doch vor allem war der Tabellenzweite jetzt wesentlich gefährlicher bei Kontern. So auch in der 66. Minute, als Maximilian Dittgen die SVWW-Hintermannschaft über links ausspielte und die Kugel in den Rücken der Abwehr passte, wo Torjäger Pascal Breier richtig stand und versenkte: 2:1 für die Gäste.

SVWW-Trainer Sven Demandt verstärkte die Offensive mit Luca Schnellbacher für Sebastian Mrowca, David Blacha für Lorenz und später mit Saer Sene für Patrick Funk. Während die Baden-Württemberger bei einigen Kontermöglichkeiten die Chance auf die Vorentscheidung durch einen dritten Treffer verpassten, blieben die Rot-Schwarzen in einer – mal wieder – atemberaubenden Schlussphase mit einer ausgezeichneten Moral am Drücker.

Zunächst rutschte Marc Lorenz an einer scharfen und flachen Schnellbacher-Hereingabe um Haaresbreite im SG-Fünfer vorbei (77.), dann erzielte Luca den vermeintlichen 2:2-Ausgleich nach einer Freistoß-Flanke, die durch den Großaspacher Strafraum zischte (80.). Doch der Schiedsrichter-Assistent hob nach einer gefühlten Ewigkeit doch noch die Fahne und verwehrte dem Treffer wegen angeblichen Abseits die Anerkennung. Sehr strittig!

Unerschütterlich, aber auch hektisch trug der SVWW in den letzten Minuten die Angriffe vor. Und durfte am Ende nochmal jubeln: Nach einer Book-Ecke köpfte Steven Ruprecht den 2:2-Ausgleich (89.). Wieder mal totaler Wahnsinn beim SVWW!

SVWW: Kolke – Funk (85. Sene), Dams, Ruprecht, Geyer – Pezzoni – Book, Mrowca (69. Schnellbacher) – Schindler, Oehrl, Lorenz (77. Blacha)